Graues Gold der Lausitz

Dumpf hallen die Sprengungen aus dem Steinbruch über das Dorf und in die Umgebung. Stets
erzittern dabei die Fensterscheiben des nahegelegenen Verwaltungsgebäudes und des Kaufhauses
Boden. Die abgesprengten Felsbrocken werden in mühevoller, schweißtreibender Handarbeit mit
Keilen und Vorschlaghämmern zerkleinert, bevor sie in den Brecher gewuchtet werden.

Die Geschichte des Weißiger Steinbruchs

Verladerampe

Steinstaubwolken schweben über dem gesamten Areal und setzen sich auf den Gerätschaften,
Werkzeugen und vor allem auf den schwitzenden Arbeitern ab. Lore um Lore mit dem zerkleinerten
Material verlässt, von einer kleinen Lok gezogen, den Steinbruch.

In weitem Bogen verläuft ein aufgeschütteter Damm nahe der Straße nach Milstrich und schwenkt
dann in Richtung Verladerampe ab. Dort warten schon die Eisenbahnwaggons, um den Schotter zum
Bahnhof nach Straßgräbchen zu bringen. Horst von Zehmen, der ortsansässige Rittergutsbesitzer, war zweifellos ein kühler Rechner.
Längst hatte er erkannt, dass die beiden vulkanischen Berge, der 185,3 m hohe Windmühlenberg und der 182,8 m hohe Doberberg,
wahre Schätze bargen. Erkannt nicht zuletzt durch die vielen Steine, die den Bauern immer und immer wieder das Pflügen
erschwerten und den Pflug aus der Furche warfen. Bereits um 1825, so ist es auf alten Landkarten verzeichnet, hatte man am
östlichen Rand des Windmühlenberges Grauwacke abgebaut.
 


Erschließung

Der Rittergutsbesitzer ließ Probebohrungen vornehmen. Sein Plan stand fest.
Mit dem dringend benötigten Gestein, dem Schotter aus Grauwacke, könnte
man viel Geld verdienen. Geld, das willkommen war, um ein neues Gebäude,
ein Schloss, zu finanzieren. Das alte, baufällige Herrenhaus war schon lange
nicht mehr standesgemäß. Es musste etwas Neues her, etwas Repräsentatives
bei gutem Standort, damit man sich von den Gutsbesitzern der Umgebung
abheben und seinen Reichtum dokumentieren könnte. mehr

Niedergang

Es sprach sich schnell herum, dass in Weißig ein Steinbruch neue Arbeits-
möglichkeiten bot. Während anfangs vorwiegend Arbeiter aus Weißig und der
näheren Umgebung beschäftigt waren, strömten mehr und mehr Menschen aus
dem benachbarten Polen und der Tschechei dazu, die teilweise ihre Familie
mitbrachten. mehr




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