Schlossgeschichte

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Zuvor stand - etwas südwestlicher - ein altes Herrenhaus (Stammsitz der Adelsfamilie von Zehmen seit 1723), das mit Schindeln gedeckt war. Jagdtrophäen und Barockmöbel aus diesem Gebäude waren später im Neubau zu finden.
Der damalige Rittergutsbesitzer Oskar Horst von Zehmen beauftragte die namhaften Dresdner Architekten Lossow und Kühne mit dem Bauprojekt eines espektablen Schlosses. Die Finanzierung des Neubaus galt als gesichert durch den gutgehenden Steinbruch, der seit 1905 an die Berliner Firma Siemens und Halske verpachtet war.

Bis Ende 1908 erfolgte der Bau des Schlosses im Stile des Historismus durch die Bernsdorfer Baufirma Müller. Aus dem alten Herrenhaus wurden alle wertvollen Möbel, Bilder, Teppiche, Wandleuchter und Jagdtrophäen übernommen. Das Schloss erregte mit seiner Erscheinung, seiner großzügigen Gestaltung und seinem gepflegten Umfeld die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Schichten der Bevölkerung.

Im Schloss befinden sich etwa 70 Räume unterschiedlicher Größe, Lage und Funktion; vom großen Empfangssaal, Ess- und Schlafräumen, Arbeits- und Herrenzimmern, Fremdenzimmern bis hin zu Kinder- und Mansardenzimmern und eigener Kapelle.

Das neue Gebäude trägt am Ost- und Westgiebel sowie über dem Hauptportal das Familienwappen. Unter dem Wappen am Hauptportal sind die Initialen des Bauherrn Oskar Horst von Zehmen eingraviert (OHVZ 1908).

Die Freude über das neue Schloss währte nicht lange. 1912 wurde der künftige Erbe, Oskar Horst Ernst von Zehmen, Königlich sächsischer Leutnant im 2. Jägerbataillon, in einem Duell mit einem Nebenbuhler auf dem Dresdner Heller erschossen. So übernahm dessen Sohn Georg von Zehmen nach dem Tod seines Großvaters Oskar Horst v. Zehmen 1927 Schloss und Rittergut. Georg fiel bereits 1941 im II. Weltkrieg.

Seine Frau Margot verkaufte aus wirtschaftlichen Gründen das Schloss und das danebenliegende Fachwerkhaus für 155.000,- Reichsmark am 30. Dezember 1942 an den "Reichsbund für Deutsche Jugendherbergen e.V. Berlin".

Der faschistische deutsche Staat plante zunächst, in dem Schloss ein "HJ- Umschulungsheim für auslandsdeutsche Mädchen" einzurichten. Der Architekt Kurt Hennenberg aus Döbeln wurde mit der Umprojektierung beauftragt. Ende 1943 legte der Architekt ein zweites Projekt  für den Umbau des Schlosses vor. Diesmal für ein "KLV- Erholungsheim".

Beide Projekte kamen nicht zustande. Aus dem Schloss wurde ein "Wehrertüchtigungslager" der Hitlerjugend. Die meist erst 16jährigen jungen Leute wurden noch fünf vor zwölf für den "Endsieg" an Handfeuerwaffen und Panzernahbekämpfungsmitteln ausgebildet.

Fluchtartig verließen sie Weißig kurz vor Einmarsch der Sowjetarmee im April 1945. Bürgermeister und Bevölkerung verhinderten die Verteidigung und damit die Zerstörung des Ortes.

Ab Anfang 1945 quartierten sich immer mehr Umsiedler aus dem Osten im Schloss ein, zeitweise wohnten 14 Familien mit 68 Personen darin. Kurz nach Kriegsende sollte das Schloss als "Hort des Feudaladels" verschwinden und abgerissen werden. In einigen umliegenden Gemeinden ist das auch geschehen. In Weißig stellten sich wiederum Bevölkerung, Bürgermeister und die im Schloss wohnenden Umsiedlerfamilien erfolgreich gegen diese Pläne. Im August 1947 wurde im Schloss ein Altersheim eingerichtet das zunächst von Herrn Walter Burkhardt und seiner Gattin geleitet wurde. 1949 wurde dieses Altersheim aufgelöst.

Im Sommer 1949 wurde das Schloss  Kreiskinderheim für zunächst 3 bis 6jährige, später für 3 bis 14jährige elternlose Kinder. Mit der Verlegung der Schule (1945) in das Schloss wurde aus der bisher einklassigen Schule eine Dreiklassige. In diese Schule gingen auch ab 1948 die Kinder aus dem Nachbarort Lieske.

Im Juni 1993 wurde das Kinderheim geschlossen.

Besonders gerühmt wird immer wieder die herrliche Aussicht auf die nahe und ferne Umgebung aus den oberen Räumen und dem Schlossturm.

Die Suche nach einem geeigneten Investor zog sich bis ins Jahr 2005 hin. Nach mehreren gescheiterten Versuchen fand man endlich den Richtigen. Der Niederländer Jan van Ede ist seit dem 01.Mai 2005 neuer Schlossherr.

Die ersten Kontakte zum "Neu-Weißiger" zeigten, dass man wohl eine nachhaltige Wahl getroffen hat. Herr van Ede kümmert sich um die äußere Gestalt des Anwesens.



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