Teichwirtschaft in der OL

Das Land der Tausend Teiche - In der Oberlausitz liegt das größte wirtschaftlich genutzte
Teichgebiet Europas. Über 1000 Teiche machen den besonderen Reiz und die Liebenswürdigkeit
der Landschaft aus. Durch die naturnahe Teichbewirtschaftung ist die Oberlausitz Heimat vieler
seltener Tier- und Pflanzenarten.

Geschichtliches

Der Fischreichtum der natürlichen Gewässer wurde bereits von den Siedlern der ur- und
frühgeschichtlichen Zeit genutzt. Nach der letzten Eiszeit hinterließ besonders entlang der
Schwarzen Elster und der Spree eine dichte Bevölkerung der Jäger, Fischer und Sammler
zahlreiche Spuren, die bei Ausgrabungen gefunden wurden. Die seit dem 6. Jahrhundert in der
Lausitz und in den Gebieten der mittleren Elbe ansässige slawische Bevölkerung betrieb
überwiegend Ackerbau und Viehzucht; mit Fischfang befasste sie sich vorwiegend nur im Nebenerwerb. An größeren
Flüssen und Seen widmeten sich auch einzelne Dorfgemeinschaften dem spezialisierten ertragreichen Wirtschaftszweig,
wovon Fischschuppen, Angelhaken undNetzsenker in den ausgegrabenen Fundplätzen zeugen.

Diese Funde sowie auch spätere frühe schriftliche Quellen belegen, dass der Fisch in der Ernährung bei den Slawen
einen bedeutenden Stellenwert hatte, der sich in der Frühzeit aber immer im Rahmen des natürlichen Angebots bewegte.
Ob dabei besondere Essgewohnheiten oder rituelle Speisevorschriften in vorchristlicher Zeit die Nachfrage beeinflussten,
bleibt hypothetisch. Entscheidend dürfte der Aufwand zur Gewinnung des Nahrungsmittels gewesen sein, das noch für
alle Bevölkerungsschichten frei verfügbar war.

Diese "wilde Fischerei" vermochte in Mitteleuropa zumindest bis zu Mitte des 12. Jahrhunderts den Fischbedarf der
Bevölkerung zu decken, denn weder Chroniken noch zeitgenössische Urkunden weisen auf eine zielgerichtete Fischerei hin.

Die Anfänge der Teichwirtschaft

Die Anfänge der Teichwirtschaft in der Oberlausitz liegen völlig im Dunkeln. Die erste urkundlich belegte Nachricht über
Teiche stammt aus dem Jahre 1248, in denen die Herren von Kamenz als Besitzer der größten, etwa 260 km²
umfassenden, gleichnamigen Herrschaft das von ihnen begründete Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern
umfangreich ausstatteten.

Einige Historiker vertreten die Ansicht, dass der Karpfen als dominanter Teichfisch der damaligen Zeit durch Mönche als
"Fastenspeise" aus Italien und Österreich nach Mitteleuropa gebracht wurde, da man bereits in der Antike in Italien die
Karpfenzucht kannte. Damit haben wir auch gewiss die Einführung der Teichwirtschaft zu verzeichnen. Außerdem zwang
die stetig wachsende Bevölkerung und damit der hohe Lebensmittelbedarf zu dieser Maßnahme.

 


Karpfen aus dem Süden

Warum gerade der Karpfen? „Der Karpfen ist ein ausgesprochener
Teichfisch, der namentlich rascher fließendes Wasser meidet. Am besten
gedeiht er in großen, nicht allzu tiefen Landseen mit reichlichem
Pflanzenwuchs. Eine von Schilf und Rohr verursachte Beschattung des
Wassers, die ein ausgiebiges Erwärmen desselben verhindert, liebt er nicht. mehr

Einnahmequelle bis Volkseigentum

Teichwirtschaft als eine stabile Einnahmequelle Fischwirtschaft, Wald
und zeitweise der Steinbruch waren die Haupteinnahmequelle für die adlige
Familie von Zehmen. Zu diese Zeit gab es in Weißig 28 Teiche, deren Anzahl
oft durch Stillegung oder Neuaufschluss verändert worden ist. Beispielsweise
entstand bis 1921 der Horstteich aus einer verschilften und versumpften Wiese. mehr

Teichpächter Helga und Uwe Bräuer

Übergang zur Privatwirtschaft Nach der politischen Wende 1990 wurden
die Teiche der Treuhand-Verwaltung unterstellt. Die Karpfenproduktion kam
fast zum Erliegen; es gab kein Geld für Instandhaltung und Reparaturen.
Alle 12 Mitarbeiter wurden entlassen mit der Möglichkeit, sich als Pächter zu
bewerben. Familie Bräuer hat diese Möglichkeit genutzt. mehr




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